Aquaplaning auf der Überholspur? Auto kracht in Leitplanke – A1 rund eine Stunde verengt

(Mörschwil SG). In der Nacht von Samstag auf Sonntag (18.10.2026) ist es auf der Autobahn A1 zu einem Selbstunfall eines 34-jährigen Mannes mit seinem Auto gekommen.

Er blieb unverletzt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Unfall: Nacht von Samstag auf Sonntag, 18. Oktober 2026
  • Zeit: Kurz vor 23.15 Uhr
  • Ort: Autobahn A1 bei Mörschwil
  • Fahrtrichtung: St.Gallen
  • Lenker: 34-jähriger Mann
  • Unfallhergang: Auto gerät auf dem Überholstreifen ins Schleudern
  • Vermutete Ursache laut Fahrer: Aquaplaning
  • Kollision: Linke Fahrzeugseite gegen Mittelleitplanke
  • Sachschaden: Rund 15’000 Franken
  • Verkehr: Während rund einer Stunde teilweise nur einspurig befahrbar

Auto gerät auf Überholstreifen ins Schleudern

Kurz vor 23:15 Uhr fuhr ein 34-jähriger Mann mit seinem Auto auf dem Überholstreifen der Autobahn A1 in Richtung St.Gallen.

Gemäss dem Fahrer geriet sein Auto infolge Aquaplaning ins Schleudern und prallte mit der linken Fahrzeugseite gegen die Mittelleitplanke.

Auto bleibt auf Überholstreifen stehen

Das Auto kam auf dem Überholstreifen zum Stillstand.

Der 34-Jährige blieb unverletzt.

Rund 15’000 Franken Sachschaden

Am Auto und an der Autobahninfrastruktur entstand Sachschaden von rund 15’000 Franken.

A1 während rund einer Stunde teilweise einspurig

Während der Unfallaufnahme und Fahrzeugbergung war die Autobahn für rund eine Stunde teilweise nur einspurig befahrbar.

Polizei.news informiert | Verkehrssicherheit

Aquaplaning auf der Autobahn: Wenn die Reifen plötzlich den Kontakt verlieren

Bei starkem Regen kann sich auf der Fahrbahn ein Wasserfilm bilden. Schaffen es die Reifen nicht mehr, das Wasser ausreichend zu verdrängen, kann der Kontakt zur Strasse teilweise oder vollständig verloren gehen. Dieses Phänomen wird als Aquaplaning bezeichnet.

Das Fahrzeug reagiert dann möglicherweise kaum noch auf Lenkbewegungen. Auch Brems- und Antriebskräfte können nur eingeschränkt auf die Fahrbahn übertragen werden.

Vier wichtige Verhaltensregeln bei Aquaplaning

1. Lenkrad ruhig halten

Hektische Lenkbewegungen vermeiden. Wenn die Reifen wieder Kontakt zur Fahrbahn bekommen, können stark eingeschlagene Räder zu einer plötzlichen Richtungsänderung führen.

2. Nicht abrupt bremsen

Bei Aquaplaning möglichst keine ruckartigen Bremsmanöver durchführen. Stattdessen das Gaspedal vorsichtig loslassen und das Fahrzeug kontrolliert verzögern, sobald die Reifen wieder genügend Haftung haben. Falls eine unmittelbare Kollision droht, kann eine Notbremsung erforderlich sein.

3. Auskuppeln, wenn möglich

Bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe kann das Treten der Kupplung helfen, Antriebseinflüsse auf die Räder zu reduzieren. Bei Automatikfahrzeugen das Gas wegnehmen und die Lenkung ruhig halten.

4. Blick in Fahrtrichtung halten

Den Blick möglichst auf den gewünschten Fahrweg richten und abrupte Korrekturen vermeiden. Sobald wieder ausreichend Reifenhaftung vorhanden ist, kann das Fahrzeug behutsam stabilisiert werden.

Warum Geschwindigkeit bei Regen entscheidend ist

Je höher die Geschwindigkeit, desto mehr Wasser müssen die Reifen in kürzerer Zeit verdrängen. Auch die Wasserhöhe auf der Fahrbahn, das Reifenprofil und der Reifendruck beeinflussen das Aquaplaningrisiko.

Die folgenden Werte zeigen, welche Strecke ein Fahrzeug bereits in einer einzigen Sekunde zurücklegt:

Geschwindigkeit Strecke pro Sekunde
60 km/h 16,7 Meter
80 km/h 22,2 Meter
100 km/h 27,8 Meter
120 km/h 33,3 Meter

Rechnerische Fahrstrecke bei gleichbleibender Geschwindigkeit, unabhängig vom Fahrbahnzustand.

Wie lässt sich das Risiko reduzieren?

Bei starkem Regen sollte die Geschwindigkeit frühzeitig und deutlich reduziert werden. Besonders vorsichtig ist auf Fahrbahnen mit sichtbaren Wasseransammlungen, Spurrinnen oder wechselnden Belägen zu fahren.

Auch der Zustand der Reifen spielt eine wichtige Rolle. Ein ausreichendes Reifenprofil hilft dabei, Wasser abzuleiten. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt in der Schweiz 1,6 Millimeter. Für Fahrten bei Nässe ist jedoch eine deutlich grössere Profiltiefe empfehlenswert.

Wichtig: Es gibt keine Geschwindigkeit, unterhalb der Aquaplaning unter allen Bedingungen ausgeschlossen werden kann. Entscheidend ist, das Tempo stets an die tatsächlichen Strassen- und Wetterverhältnisse anzupassen.

 

Quelle: Kantonspolizei St.Gallen / Polizei.news
Bildquelle: Kantonspolizei St.Gallen

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